Interview mit Marie Donike und Johannes Specks



Wie steht es um die aktuelle Vermittlungsarbeit? Konkret: Wie viele Werke konnten bisher vermittelt werden und haben ihren Weg in private Haushalte gefunden?


Es macht Spaß. Wir konnten bisher für knapp 34 Kunstwerke neue Besitzer:innen finden.


Gibt es dabei Menschen und Geschichten, die euch bis dato im Gedächtnis geblieben sind? Warum? Was ist das besondere? Gibt es gar so etwas wie “Härtefälle”?


Uns sind alle Vermittlungen im Gedächtnis geblieben. Von dem Moment, dass die Galerie betreten wird bis zum Fotografieren des Kunstwerks im neuen Zuhause verbringen wir mehrere Stunden zusammen mit den Klient:innen. Wir lernen uns näher kennen, es entwickelt sich eine Beziehung zwischen uns, den Besucher:innen und den Kunstwerken. “Härtefälle” sind es, wenn sich kein passendes Kunstwerk findet.


Habt ihr das Gefühl, dass der Private. Collectors. Room. insgesamt gut in der Nachbarschaft angenommen wird? Woran macht ihr das, abgesehen von der Vermittlungsarbeit, aus?


Um gut in der Nachbarschaft aufgenommen zu werden, sind wir zu kurz da. Aber wir haben bisher kaum negatives mit der Galerie erlebt. Es kommen viele Leute, die sich freuen, dass es den PCR mit uns da jetzt gibt und die das Projekt toll finden.


Nicht selten gehen ja die Intention eines Projektes und dessen tatsächliche Realisierung nicht nur Hand in Hand, einfach weil Theorie und Praxis doch zwei Paar Schuhe sind: würdet ihr dies bestätigen oder nicht so sehen? Wo gibt es Abweichungen?


Die Idee, Kunst im Tausch gegen Gespräche und Geschichten in die Nachbarschaft zu vermitteln, funktioniert gut. Die Nachbarschaft erstreckt sich in der Umsetzung auf mehr Stadtteile als geplant. Außerdem kommen mehr junge, dafür weniger ältere Menschen, als gedacht. Wir hätten nicht gedacht, dass es so schwierig sein kann, Kunst zu verschenken.


Fußend auf den zahlreichen Gesprächen die ihr bisher führen durftet: Auf welchem Wege bzw. wie sind/werden die Menschen auf die sogenannte “Fake-Galerie” aufmerksam? Funktioniert vieles im Vorbeigehen? Wie sehr müsst ihr tatsächlich auf die potenzielle Kundschaft zugehen?


Auch das ist komplizierter als erwartet. Viele kommen im Rahmen der Gegenwarten I Presences bei uns vorbei. Einige haben von uns durch Lokalmedien erfahren und sind neugierig geworden. Wenige kommen zufällig vorbei und dann rein.


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